Pyrrolizidin-Alkaloide im Honig

Bienen fliegen sehr gerne auf die Pflanzen Natternkopf (Echium), Borretsch (Borago) und Wasserdost (Eupatorium). Auf die weniger attraktiven Kreuzkraut-Arten (Senecio) fliegen Bienen dann, wenn sie keine Alternativen vorfinden. Alle vier Pflanzenarten verbindet eines: Sie enthalten Giftstoffe aus der Gruppe der Pyrrolizidin-Alkaloide (PA), die in den Honig übergehen.

PA schützen Pflanzen davor gefressen zu werden. Sie kommen in über 6000 Pflanzenarten vor. Ein Teil der mehr als 660 verschiedenen PA-Verbindungen ist giftig. Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung ist eine gesundheitliche Beeinträchtigung durch langfristigen Verzehr von Honig mit hohen PA-Gehalten möglich. Betroffen sind vor allem die Menschen, die viel Honig verzehren. Das Risiko lässt sich durch Vorsichtsmaßnahmen reduzieren.

Denn Honig, der aus Frühjahrs- oder Frühsommertrachten wie Raps, Kirsche oder Linde gewonnen wird, ist in der Regel nicht mit PA belastet. Auch Honige mit einer Sortenbezeichnung wie Waldhonig sind hinsichtlich einer PA-Belastung unbedenklich.

Ein Risiko kann jedoch dann bestehen, wenn im Umfeld der Bienenstöcke Jakobs-Kreuzkräuter massenhaft vorkommen. An solchen Standorten können Imker den Honig vor der Kreuzkraut-Blüte Mittel Juli gewinnen oder den später geschleuderten Sommerhonig untersuchen lassen. In der Vergangenheit haben Imker bereits auf den Verkauf der Honige, die mit hohen PA-Werten belastet waren, verzichtet.

Reduzieren lässt sich das Risiko auch dadurch, dass Honig generell nur in Maßen verzehrt wird. Diese Empfehlung ist alleine schon aufgrund des hohen Zuckergehaltes im Honig sinnvoll und gilt besonders für Kinder.

Weitere Informationen zum Themenkreis „Pyrrolizidin-Alkaloide und Honig“

Fragen und Antworten zu Pyrrolizidinalkaloiden in Lebensmitteln, aktualisierte Fassung vom 28. September 2016 , Bundesinstitut für Risikobewertung

In der Stellungnahme vom 28. September 2016 empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), PA in Lebensmittel so weit wie möglich zu senken. Nach Kenntnisstand des BfR zählt der Honig zu einem der vier Wege, über den PA aufgenommen werden: „Bienenprodukte wie Honig und Pollen können durch PA belastet sein, wobei PA-bildende Wildpflanzen, wie Echium-, Senecio- und Borago-Arten, von denen Bienen Pollen sammeln, die Kontaminationsquelle darstellen. Rohhonige aus bestimmten Ländern Mittel- und Südamerikas weisen im Vergleich zu Rohhonigen aus einigen europäischen Ländern höhere Gehalte auf.“ Um die Belastung zu senken, empfiehlt das BfR für Honig folgende Maßnahme: „Eine selektive Auswahl der Rohhonige, die zur Herstellung von gemischter Fertigware verwendet wird, kann zum Beispiel zu einer Reduzierung der PA-Gehalte in verzehrsfertigen Honigen beitragen.“

Jakobs-Kreuzkraut (Senecio jacobaea): eine Ursache für Pyrrolizidin-Alkaloide im Sommerhonig? Helge Neumann, Aiko Huckauf, Journal für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, Juni 2016,

Das Pilotprojekt „Blüten für Bienen“ – Ergebnisse des ersten Projektjahres 2015, Aiko Huckauf, JKK-Kompetenzzentrum der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein

Pyrrolizidinalkaloide in Honig, Präsentation beim BfR Dez. 2015, Dr. Werner von der Ohe, Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, Institut für Bienenkunde/Deutscher Imkerbund, Celle

Pyrrolizidinalkaloide in Honig, Webseite des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, Institut für Bienenkunde/Deutscher Imkerbund, Celle

Pyrrolizidinalkaloide in Honig - ein ernsthaftes Problem?, Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart (cvua Stuttgart), Bericht erschienen 2011, Zuletzt aktualisiert 2013

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