Das Projekt "Umgang mit Kreuzkräutern auf relevanten Flächen des Naturschutzes"

Das Jakobs-Kreuzkraut und fast alle anderen Kreuzkrautarten sind heimische Pflanzen, die Giftstoffe, sogenannte Pyrrolizidin-Alkaloide, enthalten. Auf der Weide erkennen Tiere die Pflanzen an ihrem charakteristischen Geruch und meiden sie. Im Heu oder in der Silage verlieren Kreuzkräuter aber diese Eigenschaft und werden von den Tieren gefressen. Dies hat zur Folge, dass es zu Vergiftungen kommen kann, zum Beispiel bei Pferden und Rindern.

Die Problemstellung (Toxizität) ist seit Jahrzehnten bekannt. In den letzten Jahren geraten die Kreuzkraut-Arten jedoch immer öfter in die Schlagzeilen. Titel wie „Kampf dem Kreuzkraut“ oder „Giftpflanze auf dem Vormarsch“ vermitteln den Eindruck, es handle sich um Pflanzen mit einer so hohen Giftigkeit, dass sie ausgerottet werden müssen. Kreuzkräuter kommen in artenreichen Naturschutzflächen und, zum Beispiel das Wasser-Kreuzkraut, im feuchten Wirtschaftsgrünland vor, sind aber auch wichtige Futterpflanzen für Schmetterlinge und andere Insekten. Es braucht daher breit akzeptierte Regeln für den Umgang mit Kreuzkräutern.

Der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL) setzt sich für einen sachlichen Umgang mit Kreuzkräutern insbesondere auf Naturschutzflächen ein. Ziel des vom Bundesamt für Naturschutz BfN geförderten Projektes „Umgang mit Kreuzkräutern auf relevanten Flächen des Naturschutzes“ ist es, zu Beginn der Vegetationsperiode 2017 eine Publikation mit Empfehlungen für einen differenzierten Umgang mit Kreuzkraut-Arten herauszugeben, der sowohl die Interessen des Naturschutzes als auch die der Landwirtschaft berücksichtigt und sich auf Expertenwissen abstützt. Im Zentrum des Projektes stehen das Jakobs-Kreuzkraut (Senecio jacobaea) und das Wasser-Kreuzkraut (Senecio aquaticus), die teilweise bereits in hohen Beständen vorkommen. Beim Alpen-Kreuzkraut (Senecio alpinus) und dem eingewanderten schmalblättrigem Kreuzkraut (Senecio inaequidens) liegt der Schwerpunkt auf der Vorsorge.

Die ersten Grundlagen für das Projekt legten 60 Expertinnen und Experten an einem Workshop, der in Kooperation mit dem Bayerischen Landesamt für Umwelt LfU durchgeführt wurde und am 20. September 2016 in Augsburg stattfand. Er diente der Vorbereitung der zweitägigen internationalen Tagung, an der am 31. Januar und 1. Februar 2017 in Göttingen rund 100 Personen teilnahmen. Die Ergebnisse des Workshops, die Präsentationen der Tagung und der Tagungsband mit Empfehlungen zum Umgang mit Kreuzkräutern ist Anfang Mai 2017 erschienen und stellt einen erfolgreichen Abschluss des Projektes dar. Der Tagungsband kann hier heruntergeladen werden.

Gefördert durch

Gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz
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