Beständigkeit von Alkaloiden in Grassilage

Die Alkaloide der Herbstzeitlosen und des Wasserkreuzkrautes blieben bei Versuchen in Silage weitestgehend erhalten. Wegen der zumeist guten Löslichkeit von Alkaloiden in wässrigen, sauren Medien können diese durchaus in die sie umschließende Silage übergehen. Wird versucht, die Giftigkeit der Silage durch sorgfältiges Aussortieren der sichtbaren Giftpflanzenteile zu reduzieren, so ist zu bedenken, dass dadurch eine vollständige Entfernung der Giftstoffe nicht erreicht werden kann.

Chizzola, R., Bassler, G., Winter, S., Zebeli, Q. und Kriechbaum, M. (2015). Persistence of alkaloids of typical poisonous plants autumn crocus and marsh ragwort in grass silage. Wiener Tierärztliche Monatsschrift Vol. 102. S. 285-292.

Pyrrolizidinalkaloide und Seneciose bei Nutztieren

Die Vergiftung von Rindern und Pferden durch das Jakobskreuzkraut ist auch als Schweinsberger Krankheit bekannt und tritt in der Regel als chronische Vergiftung auf. Durch die Bildung von toxischen Metaboliten in der Leber endet diese fast immer tödlich. Teil 1 dieser Übersichtsarbeit befasst sich mit dem Vorkommen, der Chemie und der Toxikologie von Pyrrolizidinalkaloiden sowie mit den durch sie hervorgerufenen Pflanzenvergiftungen bei Nutztieren.

Petzinger, E. (2011). Pyrrolizidinalkaloide und die Seneciose bei Tieren. Teil 1: Vorkommen, Chemie, Toxikologie. Tierärztliche Praxis Großtiere 39 (4), S. 221-230.

Die Vergiftungssymptomatik ist nicht bei allen Tieren identisch; außerdem bestehen Unterschiede in der Empfindlichkeit gegenüber Pyrrolizidinalkaloiden. Während die chronische Seneciose bei Pferden unheilbar ist, reagieren Schafe und Ziegen relativ unempfindlich. Teil 2 dieser Übersichtsarbeit befasst sich u.a. mit der Kontamination von Futtermitteln durch Jakobskreuzkraut, wichtigen Grenzwerten sowie Speziesunterschieden.

Petzinger, E. (2011). Pyrrolizidinalkaloide und die Seneciose bei Tieren. Teil 2: Klinik, Speziesunterschiede, Rückstandsverhalten, Futtermittelkontamination und Grenzwerte. Tierärztliche Praxis Großtiere 39 (6), S. 363-372.

Tiervergiftungen in Belgien - eine Übersicht

Unter landwirtschaftlichen Nutztieren vergiften sich Rinder am häufigsten (11,24%), danach Schafe und Ziegen (0,38%). Nach den Aufzeichnungen des Belgian Poison Center (BPC) sind Vergiftungen bei Rindern meistens auf Agrochemikalien zurückzuführen, während sich kleine Wiederkäuer und Pferde häufiger durch Pflanzen vergiften.

Vandenbroucke, V., Van Pelt, H., De Bakker, P. und Croubels, S. (2010). Animal poisonings in Belgium: a review of the past decade. Vlaams Diergeneeskundig Tijdschrift (79), S. 259-268.

Unterschiedliche Empfindlichkeit von Rindern und Schafen

Unterschiede im Leberstoffwechsel sind nicht der einzige Grund für die unterschiedliche Empfindlichkeit von Rindern und Schafen gegenüber Pyrrolizidinalkaloiden. Vielmehr scheint der erhöhte ruminale Stoffwechsel bei Schafen ein wichtiger Schutzmechanismus zu sein. Die hepatischen Enzyme sind somit ein zweiter Weg, um die Pyrrolizidinalkaloide abzubauen, die im Rumen absorbiert werden.

Duringer, J. M., Buhler, D. R. und Craig, A. M. (2004). Comparison of hepatic in vitro metabolism of the pyrrolizidine alkaloid senecionine in sheep and cattle. AJVR Vol. 65 (11), S. 1563-1572.

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